Rettung Hanna

Seit ihrer Geburt lebte Hanna in der Milchindustrie. Sie wurde ihr Leben lang in einem Milchbetrieb als Milchkuh benutzt und musste in ihrem ganzen Leben bereits viel durchmachen.

Nach der ersten Geburt begann für sie der endlose Kreislauf einer Milchkuh. Ein Kreislauf aus Besamung, Trächtigkeit, Geburt, Trennung von ihrem Kälbchen und täglichem melken. Denn wie jedes andere Säugetier müssen auch Kühe Kinder bekommen, um Milch geben zu können. Jedes einzelne ihrer Kälbchen wurde ihr entrissen. Sie konnte nie eine Mutter sein, gab aber dennoch jeden Tag Muttermilch. Täglich wurde ihre Milch abgepumpt, damit wir Menschen sie trinken können.

Ihr Körper musste tagtäglich Höchstleistungen durch die Milchproduktion erbringen, ihr ungeborenes, heranwachsendes Kälbchen im Mutterleib versorgen und natürlich auch noch Energie für die Aufrechterhaltung ihrer eigenen Körperfunktionen aufbringen. Das alles zerrte an ihrem Körper. Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Jedes Jahr lebte sie 6 Monate lang angebunden in einem dunklen Stall ohne sich bewegen zu können. Insgesamt lebte sie 16 Jahre lang in diesem Kreislauf. Für 5.840Tage.

Nach dieser unendlich langen Zeit in diesem schrecklichen Kreislauf und der andauernden Höchstleistung, die Hanna erbringen musste, wurde ihr Körper ausgelaugt, war erschöpft und wurde daher nicht mehr trächtig. Das machte sie für die Industrie nutzlos und sie wurde aussortiert. Auf sie hätte eine lange Reise in den Tod gewartet. Aber der Landwirt war bereit ihr nach dieser langen Zeit einen Lebensabend zu ermöglichen. 

Hanna wurde so viele Jahre angebunden und für eine sehr lange Zeit benutzt. In 14 Laktationsjahren produzierte sie über 80.000l Milch und musste 13 Kälber zur Welt bringen, die ihr alle entrissen wurden, damit wir ihre Milch abpumpen und trinken können. 

Wir können nicht wieder gut machen, was den Tieren in der Industrie angetan wird, aber wir sind froh, dass wir wenigstens Hanna einen Lebensabend ermöglichen können. Zum ersten Mal legten wir ihr ein Halfter an und führten sie auf den Transporter in ihr neues Leben. Nun kann sie zum ersten Mal frei sein, ohne für ihre Milch ausgenutzt zu werden. 

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